Benutzer:Basti/Homeserver

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Jeder, der einen HomeServer betreiben möchte, aber nur wenig Platz und keinen eigenen Raum für diesen hat, muss sich überlegen, wie der Spagat zwischen den Anforderungen an so einen Server und der Lautstärke/Abwärme zu schaffen ist. Dieser Artikel erläutert anhand eigener Erfahrungen diverse Ansätze, um für nicht allzu viel Geld an eine geeignete Konfiguration zu kommen.


Anforderungen

  • 24/7-Betrieb
  • verhältnismäßig geringer Stromverbrauch
  • Dateien im Netzwerk/Internet (für private Zwecke) bereitstellen
  • verschiedene Services dauerhaft laufen lassen
  • MediaCenter
  • TV-Aufnahmen durchführen
  • Dateien nachts, bei nicht benutzter DSL-Leitung, herunterladen


Ansätze

Router als HomeServer-Ersatz

Um möglichst kostenlos an einen lautlosen Mini-Fileserver mit Download-Funktion zu kommen, guckt man sich vielleicht erst einmal bei sich zu Hause um, was man dort denn evtl. so benutzen könnte, z.B. den Router (beispielsweise eine Fritz!Box).

Eigentlich keine schlechte Idee, schließlich verfügen viele Router über ein abgespecktes Linux. Solange man keinen halben Mediaserver-Router für viel Geld bei sich stehen hat, kann man TV-Funktion und MediaCenter vergessen und auch das Bereitstellen von Dateien stößt schnell an die Grenzen des Routers

Da mein damaliger Router keinen USB-Port besaß und ich auch keine LAN-Massenspeicher hatte, war diese Idee gleich von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Router + USB-Stick funktioniert in diesem Fall also nicht und deutlich über 150€ für einen neuen Router sind für die zu erwartenden Features einfach zu viel Geld.


Den alten Rechner aufmotzen

Ein alter Rechner, ein P4 mit 3 Ghz, 1 GB RAM, Geforce 6600 GT und Technisat-TV-Karte, der hier noch rumstand, wurde so gut und günstig wie möglich "gesilencet":

  • Neues, leiseres Netzteil
  • NVIDIA 6600 GT bekommt neuen Kühler ("Zalman VF-700 AlCu")
  • Komponenten kommen in geschlossenes Micro-Gehäuse

Ergebnis: Rechner ist insgesamt deutlich leiser, lautstärketechnisch aber immer noch weit weg von "nicht/kaum zu hören" und aufgrund seiner hohen Abwärme (hauptsächlich produziert durch CPU und Grafikkarte) leider definitiv nicht als 24/7-Server geeignet; dennoch hat die Aufrüstung ihn zu einem akzeptablen, relativ leisen Ersatzrechner gemacht, zugegebenermaßen ziemlich überholt.


Neue Komponenten für den HomeServer zusammenstellen

Da alle bisherigen Ansätze gescheitert sind, müssen neue Komponenten her und aufgrund einigen Vergleichens diverser Verbrauchswerte, wird nun auch vermehrt auf Energiesparsamkeit geachtet. Nachdem ein Atom-Board nicht die gewünschte Leistung brachte, lief es auf folgende Konfiguration hinaus:

  • AMD ATHLON 64 X2 tray 4850e (+ Scythe Mugen 2 SCMG-2000)
  • ASUS M4N78 PRO NV-GF8300 (inkl. NVIDIA onboard Grafik)
  • 4 GB OCZ RAM
  • Silverstone Nightjar (passives Netzteil)
  • 12cm Lüfter "Silent Eagle" von Sharkoon (auf 5V mit etwas Starthilfe ;)
  • Technisat Skystar 2 TV PCI (DVB-S) + USB-Fernbedienung

Das ganze wird in ein billiges, recht luftiges Gehäuse geschraubt, aus dem die Abwärme auch nach oben und zu den Seiten entweichen kann.

Um dem Plan des lautlosen (oder nahezu lautlosen) Servers weiter zu verfolgen, war der eigentliche Plan, eine ausschließliche Nutzung einer Solid State Disk (SSD). SSDs sind leider noch ziemlich teuer, so dass nur das OS einen Platz darauf bekommt (häufig benutzte Verzeichnisse werden in den RAM geladen um die SSD zu schonen). Als SSD kommt die 60 GB OCZ SATA 2,5 Core V2 [OCZSSD2-1SLD60G] zum Einsatz. Erweitert wird diese Speicherlösung durch eine sehr leise 2,5" Festplatte (SAMSUNG HM160HI Spinpoint), die bei Bedarf gesleept werden kann (Stichwort: hdparm).

Natürlich können auch weitere, lautere 3,5" Platten, die weitaus mehr Speicherplatz bieten, im Homeserver einen Platz finden und bei Bedarf (automatisiert) gesleept werden.

Lautstärke

Wenn sich nur die 160 GB-Festplatte dreht, hört man in 3 bis 4m Abstand nur bei absoluter Stille ein ganz leichtes Surren. Wenn auch dieses letzte Festplatte Schlafen gelegt wird, dreht einzig und allein der "Silent Eagle" mit 5V. So ist der HomeServer aus etwas Entfernung hörtechnisch de facto nicht mehr wahrnehmbar.

Stromverbrauch

Ein Hauptaugenmerk der Konfiguration lag außerdem auf dem Stromverbrauch. Dieser liegt bei mir im Powersave-Modus mit gesleepten Festplatten (bis auf die 160 GB-Platte) bei 55 bis 60 Watt. Beim Arbeiten mit vielen Applikationen werden im OnDemand-Modus bzw. bei 1080p-Wiedergabe 75 bis 90 Watt erreicht.

Software

Schlussendlich noch ein paar Worte zur verwendeten Software: auf meinem HomeServer läuft ein verschlüsseltes Debian Squeeze (Sid) mit sparsamem Xfce als Desktop Environment. Als MediaCenter wird das XBMC eingesetzt und als TV-Aufnahme-Software MythTV. Als Download-Client mit Weboberfläche kommt der jDownloader zum Einsatz. Neben einem Apache2 sind diverse, nicht Server-spezifische Applikationen installiert, da der HomeServer immer mehr zum Allround-Rechner wird.